Das knasteigene Modelabel Santa Fu

19023Die etwas andere Mode kommt heute aus einer Justizvollzugsanstalt und ist bei den Herstellern und bei den Kunden genauso beliebt. Die einen sind stolz, dass sie etwas mit ihren eigenen Händen schaffen können und die anderen können nicht genug von der Marke aus dem „Knast“ bekommen. Die Strafgefangenen aus der der Justizvollzugsanstalt in Hamburg-Fuhlsbüttel stellen Produkte für die Kosmetik, Knöpfe und T-Shirts her. Wie jedes Produkt, brauchen auch diese einen eigenen Namen, so kam man auf das Label „Santa Fu“.

In der Hamburger Anstalt gab es in den 1970er Jahren eine große Revolte der Häftlinge und einige spektakuläre Ausbrüche. Der mehr als zweifelhafte Ruhm der Justizvollzugsanstalt stammt noch aus diesem Jahrzehnt und sie hat seitdem den Namen Santa Fu erhalten. Heute dagegen wird dort in zahlreichen Handwerksbetrieben gearbeitet, es ist ein moderner Strafvollzug geworden. Das einzige, was heutzutage Aufsehen erregt, ist das knasteigene Modelabel Santa Fu. Dieses Projekt wird mit großem Erfolg geführt und hilft den Opfern und den Tätern 18926gleichermaßen.

Die Produkte des Labels kommen gut auf dem Modemarkt an, denn eine gewisse Art von Galgenhumor ist schon bei den Namen dabei. So werden die T-Shirts mit verschiedenen Schriftzügen versehen, wie zum Beispiel „Unschuldig“, „Auf Bewährung“, „Noch unschuldig“ oder „Lebenslänglich“ um nur einige zu nennen. Besonders ist der Humor bei dem Pflegeset für Männer zu sehen, so heißt dieses Set „Bleib sauber“. Sind es nun die Schriftzüge und die Namen der Produkte, die sie so beliebt machen? Nicht nur.

41187Denn die Erlöse aus dem Verkauf des Labels Santa Fu gehen zu einem gewissen Teil an die bundesweite Hilfsorganisation „Weißer Ring“. Damit werden die Opfer und deren Familien unterstützt, die ein Gewaltverbrechen erleben mussten. Kristina Eriksen-Kruse ist die stellvertretende Vorsitzende vom Weißen Ring und findet die Idee gut, dass die Täter wenigstens einen kleinen Teil ihrer Straftaten so wieder gutmachen wollen.

Der moderne Strafvollzug in Hamburg-Fuhlsbüttel soll den Straftätern die Eingliederung in die Gesellschaft erleichtern. Mit den dort ansässigen Handwerksbetrieben sollen die Gefangenen lernen, mit ihrer Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen und die Möglichkeit erhalten, über ihr bisheriges Leben nachzudenken.

Quelle Fotos: http://www.santafushop.de/

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