Droht Escada die Insolvenz?

capture42Escada Chef Bruno Sälzer ist der Ansicht, dass es nur noch einen Ausweg gibt: die Insolvenz der Escada AG! Das sprach er zum ersten Mal öffentlich bei der Hauptversammlung am 28. April 2009 aus. Vor einem Scherbenhaufen stehen die Aktionäre, so lautete die Aussage von Christoph Öfele von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.

Im vergangenen Jahr wurden schon Verluste eingefahren. Der Umsatz ist um 15 Prozent zurück gegangen, hierbei handelt es sich um 582 Millionen Euro, der Verlust wurde auf 70 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Besonders hoch war der Rückgang in Asien, Russland und in den USA, dort wurden etwa 90 Prozent des Umsatzes erzielt. Weltweit gibt es 194 Filialen und 226 Franchiseshops von Escada.

capture6Escada benötigt eine Kapitalerhöhung. Es wird von 30 Millionen Euro gesprochen, die eingenommen werden, um eine harte Finanzlücke schließen zu können. Die Aktionäre sollten ihre Zustimmung zu einer Herabsetzung des Grundkapitals geben. Das Eigenkapital ist im vergangenen Geschäftsjahr durch die hohen Rückgänge unter das Grundkapital gefallen. Es besteht großer Handlungsbedarf. Dieses Manko musste als erstes gelöst werden, damit neue Aktien ausgegeben werden können.

Zur Zeit laufen Verhandlungen mit Banken und Investoren. Die Tchibo-Miteigner Michael und Wolfgang Herz besitzen einen großen Teil an Escada-Aktien. Genauso befindet sich ein großer Teil dieser Aktien im Besitz des Multimillionärs Rustam Aksenenko. Es sollen Verhandlungen über eine Anleihe von 200 Millionen Euro geführt werden. Nach den Angaben von Escada sollen die Gläubiger die Sanierung fördern und auf einen Teil der Rückzahlung verzichten.

Vor allen Dingen soll die HypoVereinsbank den Konzern unterstützen und die anstehende Finanzierung absichern. Nur so kann der Modekonzern Escada überleben.

capture5Der Luxusmode-Hersteller leidet, wie viele andere Unternehmen an der derzeitigen Weltwirtschaftskrise. Bereits im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres wurden rote Zahlen geschrieben. Bruno Sälzer rechnet auch weiterhin mit neuen Verlusten sowie einem Minus des Umsatzes von zehn Prozent. Vor Herbst sieht der Konzernchef keine Besserung.

Bei Escada sollen die Kollektionen drastisch verkleinert werden. Der Konzern will ab sofort schneller auf die neuesten Trends in der Mode eingehen und genauso die Kundenwünsche mehr berücksichtigen. Damit neue Kunden gewonnen werden können, hat sich Escada entschlossen, niedrigere Preiskategorien aufzunehmen.

Quelle Fotos: http://www.escada.de/

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