Joop
Nach seinem Abitur 1966 begann der gebürtige Potsdamer Wolfgang Joop, Jahrgang 1944, auf Drängen seines Vaters hin ein Studium der Werbepsychologie und brach es kurze Zeit später wieder ab, um Kunsterziehung zu studieren. Aber auch dieses Studium brachte Joop nicht zu Ende.
In der Folgezeit arbeitet er unter anderem als Restaurator, bevor er sich 1970 entschloss, zusammen mit seiner damaligen Frau Karin an einem Modewettbewerb der Modezeitschrift „Constanze“ teilzunehmen. Er gewann die ersten drei Preise und bekam daraufhin eine Anstellung als Moderedakteur bei der Frauenzeitschrift „Neue Mode“. Aber Wolfgang Joop wollte seine eigene Mode machen. Er kündigte seinen Job und arbeitete als freiberuflicher Journalist und Designer.
Seinen internationalen Durchbruch als Designer feierte Joop 1980 mit seiner ersten Pelzkollektion. Bereits zwei Jahre später zeigte er seine erste Pret-á-Porter Schau für Damenmode, für die ihm die New York Times den Titel „Prussian Designer“ (Preußischer Designer) verlieh. 1984 folgte die erste Herrenkollektion, die einen ähnlich großen Erfolg beim Publikum hatte. Wolfgang Joop hatte sich einen Namen in der internationalen Modewelt gemacht.
1987 kreierte er sein erstes Parfüm und machte seinen Namen endgültig zu einem Markenzeichen: JOOP! 1998 verkaufte Wolfgang Joop 95% seiner Firmenanteile und vier Jahre später auch die restlichen 5%. Aber noch immer ist er der kreative Kopf hinter dem Markenzeichen JOOP! So bewies er mit seiner außergewöhnlichen Damenkollektion für den Winter 2008/09 einmal mehr sein Gespür für Geschmack und Einzigartigkeit. Joop wagte es und mixte alle bekannten Stilrichtungen. Feminin und Maskulin, Moderne und Tradition. Bei Joop feiert die Taille ein umjubeltes Comeback. Weitgeschnittene Kleider mit einem interessanten Faltenwurf und figurbetonte Abnäher, machen seine Entwürfe sehr weich und sehr weiblich. Joop erfand den Schalkragen neu und zeigte, dass der lange totgesagte Stehkragen durchaus tragbar ist.
Bei seiner Herrenkollektion stellt Joop den modernen Mann in den Vordergrund. Fast sachlich und auch ein bisschen streng sieht Joop den klassischen Mann von heute. Funktionalität und Geometrie sind die prägenden Stilarten des „New Bauhaus Mann“. Für Joop ist der „Neue“ Mann eine Mischung aus einem Handwerker und einem intellektuellen Denker, dass zeigt sich besonders bei seinen Anzügen.
Wie auch in der Damenkollektion, zeigt Joop auch bei den Herren weite Kleidung, die viel Spielraum lässt, die klassischen Sakkos sind passé. Joop präsentiert Sakkos mit geraden Kanten, die doppelreihig geknöpft werden.
Nach wie vor steht Wolfgang Joop für eine ungewöhnlich elegante Mode, wo die Grenzen zwischen Männlich und Weiblich, Feminin und Maskulin gekonnt verschwimmen. Das macht Joop so einzigartig.
Quelle Fotos: http://www.joop.com/


