Mehr als nur ein Stück Stoff – Anmerkungen zur Krawatte

Frauen mögen den Kopf schütteln, wenn sich ihre Partner immer wieder neue Krawatten zulegen. Tatsächlich können manche Männer nicht genug davon haben – so vielfältig ist das Angebot, von dezent und elegant bis bunt und schrill.

Aus der Geschäftswelt ist die Krawatte nicht mehr wegzudenken, denn sie steht für Seriosität, Kompetenz – und auch für Macht. Ebenso ist sie im Privatleben bei feierlichen Anlässen unverzichtbar. Die weitaus häufigste Krawattenform ist der so genannte Langbinder mit der Normallänge 148 cm. Daneben führt die Fliege ein Schattendasein. Welche Krawatte Mann sich umbindet, hängt von der Abstimmung auf Hemd und Anzug und dem individuellen Geschmack des Trägers ab. In jedem Fall aber sollte es ein Qualitätsprodukt sein.
Woran lässt sich gute Qualität erkennen? Das wichtigste Merkmal ist haptischer Natur: Die Krawatte muss sich gut anfühlen. Deshalb sollte man die Krawatte vor dem Kauf in die Hand nehmen und betasten – und seinem Gefühl folgen. Aber auch das Material spielt eine wichtige Rolle. Die besten Krawatten werden aus Seide, dem edelsten Webstoff, hergestellt. Darüber hinaus reicht die Materialvielfalt von Wolle, Kaschmir und Mischgeweben über Polyester und Nylon bis zu Leder, Hanf und Holz. Handelt es sich um Seide, kann man die “Fingerprobe” machen: ganz einfach die Krawatte vorsichtig zusammendrücken, um zu sehen, ob sie knittert.

Eine gute Krawatte ist normalerweise aus drei Teilen zugeschnitten. Wer genau hinschaut, erkennt die Nahtstellen zwischen den Einzelteilen. Die Naht, welche die Krawatte an ihrer Innenseite zusammenhält, sollte von Hand genäht sein. Renommierte Hersteller geben deshalb ihren Produkten das Prädikat “handfinished” oder “handmade”.

Noch ein Tipp für bequeme (also fast alle) Männer: Damit eine Krawatte langfristig gut in Form bleibt, sollte man sie nach jedem Tragen wieder entknoten. Tatsächlich machen es sich viele Herren leicht und hängen den Schlips mit Knoten in den Schrank. Ergebnis: Die Einlage wird ziemlich strapaziert, so dass das gute Stück schließlich nie mehr richtig glatt zu bekommen ist. Dafür ist eine gute Krawatte eigentlich zu schade.

Fotos: Lagano.de

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